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Versteifen mit Strappingtape

Hier erfährst du wie man Strappingtapebahnen optimal auf einem Modell verlegt, so dass du am Ende ein steifes und robustes, sowie leichtes Modell erhälst. Der Einsatzbereich reicht von den kleinsten bis zu den größten EPP Modellen, wobei letztere häufig Carbonholme als zusätzliche Biegeversteifung benötigen, die im Artikel Holmeinbau bei EPP Modellen näher erklärt werden.

Vor dem Tapen...

Auf EPP hält leider kein Klebeband so richtig bombig. Das von mir gelieferte Strappingtape klebt zwar vergleichsweisse gut, doch ideal ist es erst, wenn der Flügel zuvor mit einem haftvermittelnden Klebstoff vorbehandelt wurde. Der Klassiker überhaupt für diesen Zweck ist der Sprühkleber 3M "77" - ich persönlich bevorzuge es allerdings das Modell hauchdünn mit Uhu Por einzuspachteln. Das ist günstiger und hält wirklich bombenfest. Das sei nur kurz im Voraus erwähnt - wer es macht wird es sicher nicht bereuen, wer es nicht macht kommt in der Regel aber auch klar.

Welches Tape kann ich verwenden?

Strappingtape lässt sich grob in 2 Kategorien einteilen:
  • Nur längsverstärktes Band
  • Längs- und querverstärktes Band
Für unsere Zwecke ist das längsverstärkte Band ideal und auch die deutlich günstigere Lösung. Die Querfasern bringen für uns keine Vorteile - sie werden auf dem Flügel ohnehin nicht belastet. In der Regel wird Band mit 19mm Breite verwendet - es gibt aber auch schmäleres und breiteres, wobei ich selbst noch nie andere Breiten verwendet habe.

Wie sollen die Tapebahnen angeordnet werden, und welche Aufgaben erfüllen sie?

  • Verstärkung gegen Bruch an besonders empfindlichen Stellen:
    • A: hinteres Ende der Klebenaht zwischen beiden Flügeln.
    • B: Ecken eines eventuell vorhandenen Propellerausschnittes.
    • C und D: Ecken eventuell vorhandener Ruderausschnitte.
    Für diese Aufgabe sind einige cm lange Streifen auf Ober- und Unterseite des Flügels ausreichend. Beachte die Ausrichtung der Streifen - nur so werden die Kräfte ideal von den Glasfasern aufgenommen und ein Bruch effektiv verhindert.

  • Biegeversteifung
    Ohne diese Versteifungsmaßnahme wird dein Flügel bei mittleren bis hohen Geschwindigkeiten anfangen zu "flattern", was bis zum völligen Kontrollverlust gehen kann. Leider funktioniert das mit Strappingtape alleine nur bei kleinen bis mittelgroßen Modellen. Große Modelle über 1,20m oder sehr schnelle Varianten benötigen für diese Aufgabe meist zusätzliche Carbonholme - mehr Infos dazu findest du in meinem Artikel Holmeinbau bei EPP Modellen.
    • Die Streifen werden entlang des Flügels und senkrecht zur Fliegerachse geklebt.
    • Sie sollten faltenfrei sein, dürfen aber nicht so unter Spannung stehen, dass der Flügel verzogen wird.
    • Am wirkungsvollsten sind die Streifen an der dicksten Stelle des Flügels - am wenigsten wirken sie nahe der dünnen Endleiste.
    • Lasse die Streifen ein paar cm über die Fliegermitte hinauslaufen, damit tragen sie zur Erhöhung der Bruchfestigkeit an Stelle "A" bei.
    • In der Fliegermitte wird mehr Versteifung benötigt als aussen. Du kannst z.B. 2 Streifen bis nach aussen legen und einen nach der Hälfte der Strecke enden lassen.
    • Generell: Je mehr Tape, desto steifer und schneller, aber auch schwerer wird dein Flieger werden.
    • Bespanne Ober- und Unterseite identisch.

  • Torsionsversteifung
    Zusätzliche Torsionsversteifungen werden nur für sehr schnelle oder große Modelle benötigt.
    • Die Streifen kreuzen die Streifen der Biegeversteifung in etwa unter 45° und verlaufen bis nahe an die End- und Nasenleiste
    • Ansonsten gilt dasselbe wie für die Biegeversteifung.

Warum versteift Strappingtape den Flügel?

Wenn du deinen Flügel nach unten biegst wird die Oberfläche auf der Oberseite gedehnt und auf der Unterseite gestaucht. Das Glasfaserband auf der Oberseite muss also etwas länger werden um die Biegung mitzumachen - und genau das macht es sehr sehr ungerne, auch wenn das Band an sich völlig wabbelig ist. Das Band auf der Unterseite ist in diesem Fall relativ untätig - bis eben eine Biegung nach oben erfolgt. Am wirkungsvollsten ist das Band an der dicksten Stelle des Profils da dort die Längenänderung auf der Oberfläche am größten ist - weit hinten, wo das Profil nur noch sehr dünn ist hat das Band dagegen keine hohe Versteifungswirkung mehr. Falten im Band wirken wie eine "Längenreserve", aus der sich das Filamentband bedienen kann, bevor es richtig unter Spannung gerät, deswegen sollten sie möglichst vermieden werden. Bei der Torionsversteifung ist es ähnlich - nur dass die dadurch verursachte Längenänderung auf der Oberfläche unter 45° zur Flügelachse am stärksten Auftritt und deswegen mit entsprechend ebenso geklebten Bahnen am wirkungsvollsten verhindert wird.


Christian Knüll / Heidelbergerstr. 6 / 74746 Höpfingen / Deutschland / christian@epp-versand.de